Was ist Hypnose?

 

Viele Menschen denken Hypnose sei Hokuspokus. Gelegentlich wird sie als Showhypnose auch dazu missbraucht. Tatsächlich ist Hypnose eines der ältesten psychologisch-medizinischen Verfahren und wurde u.a. vor Einführung der Narkose im letzten Jahrhundert erfolgreich zur Analgesie in der Chirurgie eingesetzt. Mittlerweile sind durch eine Vielzahl von Laboruntersuchungen die Wirkfaktoren wie auch wichtige physiologische Grundlagen der Hypnose klar geworden. Vor allem aber konnte man sie in ihren klinischen Anwendungsmöglichkeiten untersuchen und differenzieren. Dabei hat sich die Hypnose von einem stereotyp gehandhabten autoritären Ritual zu einer flexiblen Therapieform entwickelt.

Eingesetzt wird Hypnose als Therapie bei den unterschiedlichsten Störungen, wie beispielsweise chronischen und akuten Schmerzen (z.B. Migräne), Allergien, Hauterkrankungen (z.B. Warzen), Immunerkrankungen (z.B. Krebs), Phobien, Zwängen, posttraumatischen Stressreaktionen, Bettnässen, zur Raucherentwöhnung, zur Gewichtsreduktion, in der neurologischen Rehabilitation u.s.w. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde die Wirksamkeit der Hypnose mittels zahlreicher empirischer Studien (70 Studien mit insgesamt 5000 Patienten bis 1993). Besonders gut hat sie dabei in den Bereichen Schmerz, Angststörungen und der Raucherentwöhnung abgeschnitten: Die Erfolgsquote lag durchschnittlich bei 70% gegenüber den 35% der unbehandelten Kontrollgruppen. Im Vergleich zu anderen Therapiestudien sind diese Erfolgsquoten als durchwegs beachtlich zu werten - insbesondere auch unter ökonomischen Gesichtspunkten, da die Hypnose zu den Kurzzeittherapien gehört.

Hypnose ist ein Verfahren, bei dem der Klient seine Aufmerksamkeit einengt und nach innen wendet. In diesem Zustand können verschiedene körperliche und mentale Prozesse effizienter als im normalen Wachszustand genutzt werden. Beispielsweise kann die Durchblutung in bestimmten Körperzonen vermehrt oder verringert werden, das Immunsystem arbeitet wirksamer (was u.a. zu verbesserter Wundheilung führt), hormonelle Parameter ändern sich (z.B. wird die Ausschüttung von Stresshormonen reduziert), Entspannung und andere regenerative Körperfunktionen werden erleichtert, die Gedächtnisleistung ist verbessert (was etwa die Bearbeitung lang zurückliegender Traumata ermöglicht), die Fähigkeit, Empfindungen (etwa Schmerz) abzuschalten und die Assoziationsfähigkeit sind erhöht (was die verbesserte Nutzung vorhandener Lebenserfahrungen als Ressourcen zur Bewältigung von Problemsituationen erleichtert).

Im Gegensatz zu populären Mythen ist Hypnose kein Verfahren, mit dem Individuen ohne oder gar gegen ihren Willen umprogrammiert werden. Vielmehr ermöglicht die Hypnose, die eigenen körperlichen wie psychischen Ressourcen auf optimale Weise zu nutzen. Dazu gehören auch die hinlänglich bekannten autoritäts-empfänglichen Persönlichkeitsanteile im Menschen, die mit erhöhter Suggestibilität einhergehen. Einerseits können dadurch Veränderungen und Heilungsprozesse gefördert werden; andererseits führen entsprechende negative Vorerfahrungen dazu, daß mit direkter Suggestion Missbrauch getrieben werden kann (z.B. in der Bühnenhypnose) und vorhandene Schädigungen vertieft werden.

Hypnose ist eine lösungs- und ressourcenorientierte Kurzzeittherapie, die, wenn nötig, die biographischen Wurzeln aktueller Probleme durch Bündelung der Aufmerksamkeit im Trancezustand wirksam und schnell aufarbeitet. Einer der Vorteile der Hypnose ist, dass sie in einfacher Weise mit anderen Therapieformen kombiniert werden kann. Zur Durchführung der Hypnose als Therapie sind nur entsprechend ausgebildete Psychologen, Ärzte und Psychotherapeuten in der Lage. Es können mit diesem Verfahren umgrenzte Probleme in wenigen Sitzungen bearbeitet werden, Erfolge ohne eigene innere Beteiligung des Klienten sind wie bei jeder Psychotherapie die Ausnahme. Spezielle Angebote und Ansätze nach Milton H. Erickson und die angewandte Systemthoerie nach G. Bateson erleichtern Ihre Beteiligung.

Kontakt:
Univ.-Lekt. Mag. Dr. K. Leibetseder
Tel: +43-699/10 37 3604
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